Vom Handy zur Basisstation, wie geht das?

jovi

Neues Mitglied
hi zusammen,

wie ein Handy von der Basisstation Signale bekommt ist klar. Die Basisstation hat ja genug Leistung und die notwendige Technik (Verstärker, Antenne, etc.). Wie gelangt das Signal von Handy aber wieder zurück? Ein Handy hat ja kein Richtfunk, keine große Parabolantenne, etc.

Weiss das jemand? Nin für Hilfe dankbar *smile*


Gruß

jovi
 

Pegasus78

Neues Mitglied
hm, seit wann haben basisstationen parabol- bzw. richtfunkantennen :confused:

und warum soll ein handy keinen verstärker drin haben?
es sendet halt nicht mit so hohen leistungen wie eine basisstation, deswegen kommts ja auch manchmal vor das du ne basisstation empfängst, aber sich das handy nicht einbuchen kann.
 

Brainstorm

Aktives Mitglied
Man kann hohe reichweite auf zwei Arten möglich machen:

Entweder der Sender ist sehr stark, dann kann der Empfänger recht einfach sein. Was den Empfänger natürlich preiswert macht.

Oder der Sender ist schwach. Dann muß der Empfänger entsprechend aufrüsten. Das ist dann zwar für den Sender billig, dafür für den Empfänger entsprechend teuer und aufwändig.

Damit ist der Fall geklährt. Die BTS hat einfach einen recht leistungsfähigen und damit teuren Empfänger an Bord. Der reicht dann aus, um auch ein schwaches Signal zu empfangen, und zu decodieren.

PS: die seit 1972 in den Tiefen des Weltalls Reisende Raumsonde Pioneer 10 ist inzwischen weit über die Bahn des Pluto hinausgeflogen. Dennoch reicht ihr 8 Watt Sender (gerade mal das vierfache eines Handys) aus, um auf der Erde Empfangen zu werden. Da sollte es doch kein Problem sein, ein Handy aus maximal 30 kilometer Entfernung zu höhren.
 

Loony Jack

Mitglied
Das GSM-System ist da recht chaotisch und nicht wirklich economisch aufgebaut.
Das Handy signalisiert einfach: "Hallo, hier bin ich" in alle Richtungen. Dieses Signal wird dann von einer BTS aufgefangen. Diese macht dann mit den empfangenen Informationen eine Sicherheitsüberprüfung (im VLR), ob die Karte im Handy überhaupt berechtigt ist. Nachdem dann die Informationen von der BTS mit dem MSC (MultiSwitchCircuit heisst dass, glaube ich, übersetzt. Die Einheit, die mehrere BTSen kontrolliert) abgewickelt sind, dass eine erlaubte Verbindung zwischen diesem Handy und der BTS stattfindet, werden andere BTS abgefragt, ob die auch Kontakt zum Handy haben. Die jeweils beste BTS-Handy-Verbindung bekommt dann den Zuschlag und gibt dem Handy dann Kanal und Band durch auf dem dann der Kontakt gehalten wird.
Es findet dann ab und an ein erneutes Abfragen (vom Handy gesteuert, indem es wieder ein "Hallo, hier bin ich" lossendet) der besten BTS statt, um ggfls. ne Umbuchung zu erzwingen.
Ach, die MSC kommuniziert dann auch noch mit benachbarten MSCen, um dann ggfls. auch hier noch den Wechsel in einen besseren MSC-Bereich statfinden zu lassen!

Mit UMTS wird dieses System extrem verbessert!

- Die Sektoren der BTS werden sich dehnen, bzw. verkleinern, je nachdem wo sich die meisten UMTS-Geräte aufhalten (dementsprechend im äusseren Bereich auch eine geringere Strahlenbelastung).
- Das Handy wird zielgerichteter Ausstrahlen und richtet den Strahlenkegel mehr in die Richtung der kontaktierte BTS aus.
- Der Sleep-Modus kann genutzt werden. Das heisst, solange keine aktive Verbindung besteht (Datentransfer, Telefonie), wird das Handy von der BTS in eine Art StandBy-Modus gezwungen und nur, wenn es dann wirklich gebraucht wird, aus diesem Schlaf geholt. Das hat zur Folge, dass der Akku länger hält und auch die Strahlungsbelastung geringer ist.


Habs einfach formuliert, technisch ist es natürlich n bisserl komplizierter!
 
Original geschrieben von Loony Jack

Habs einfach formuliert
Naja!? Es war weder einfach formuliert und außerdem hat nahezu nichts gestimmt, was Du schriebst, wie Du Dir vorstellst, wie ein GSM Netzwerk funktioniert!!

Lies mal an overview of the GSM system

Ist zwar etwas länger, aber dafür korrekt.

"Das GSM-System ist da recht chaotisch und nicht wirklich economisch aufgebaut."

Das GSM System ist alles andere als chaotisch!!! Im Gegenteil GSM funktioniert 100 % zentralistisch. Ganz im Gegensatz zum sich vollkommen selbst organisierenden DECT System. Dafür funktioniert DECT aber traumhaft ökonomisch mit den Funkresourcen. Vom Durchsatz von DECT träumt jeder GSM Netzplaner. :D

"Das Handy signalisiert einfach: "Hallo, hier bin ich" in alle Richtungen. Dieses Signal wird dann von einer BTS aufgefangen."

Nein, das Handy sendet zur am besten zu empfangenden Station und signalisiert dort seinen Verbindungswunsch auf dem RACCH.

"Diese macht dann mit den empfangenen Informationen eine Sicherheitsüberprüfung (im VLR), ob die Karte im Handy überhaupt berechtigt ist."

Nein, die Überprüfung der Identität findet im AuC statt. Was das Handy darf, steht im HLR. Von dort werden die wichtigsten Daten ins VLR kopiert, damit man nicht immer quer durch die Republik kommunizieren muß.

"Die Einheit, die mehrere BTSen kontrolliert" heißt BSC.

"werden andere BTS abgefragt, ob die auch Kontakt zum Handy haben."

Nein, es gibt immer nur eine aktive Verbindung!

"Die jeweils beste BTS-Handy-Verbindung bekommt dann den Zuschlag und gibt dem Handy dann Kanal und Band durch auf dem dann der Kontakt gehalten wird."

Nein, es wird immer eine Verbindung zu der Station aufgebaut, bei der sich das Handy auf dem RACCH gemeldet hat. Stellt das RR (Radio Resource Management) fest, eine andere Station wäre besser, muß ein Handover stattfinden. Dieser wird zu 100 % vom Netz durchgeführt und kontrolliert.

"um ggfls. ne Umbuchung zu erzwingen."

Das Handy kann garnichts erzwingen. Betritt es eine neue LA muß es sich in der neuen LA anmelden. Das Netz authentifiziert den Teilnehmer erneut und bucht es in der neuen LA als online.

"Ach, die MSC kommuniziert dann auch noch mit benachbarten MSCen,"

Inter MSC Kommunikation findet nur statt, wenn man den Bereich einer neuen LA betritt während eine aktive Verbindung (es wird telefoniert oder es steht eine Datenverbindung) besteht. Befindet sich das Telefon im dedicated mode, hat es überhaupt nichts mehr zu entscheiden. Es hat als Slave nur noch zu tun, was das Netz sagt.

"Mit UMTS wird dieses System extrem verbessert!"

Ein CDMA System funktioniert grundlegend anders. Ob und welche Dinge und vor allem für was besser sind, bleibt abzuwarten.

"Die Sektoren der BTS werden sich dehnen, bzw. verkleinern"

Korrekt, nur ist das "atmen" der Zellen kein tolles Feature, sondern ein extrem lästiger Nebeneffekt bei CDMA.

"je nachdem wo sich die meisten UMTS-Geräte aufhalten"

Vom Netz gesteuerte Strahlungsdiagramme bei den Antennenpanels sind zwar ne schicke Idee. Aber bis das richtig funktioniert. Im Augenblick sind alle froh, wenn das UMTS Netz überhaupt irgendwie funktioniert.

"Das Handy wird zielgerichteter Ausstrahlen und richtet den Strahlenkegel mehr in die Richtung der kontaktierte BTS aus."

Und bei den Mobilgeräten kommen solche Antennenpanels sicher NIE. Und gesendet wird nicht zur BTS, sondern zum Node B. Bei UMTS FDD gibt es übrigens mehrere aktive Verbindungen. Im Gegensatz zu den hard handover bei GSM gibt es dort nämlich soft und softer handover.

"Das heisst, solange keine aktive Verbindung besteht (Datentransfer, Telefonie), wird das Handy von der BTS in eine Art StandBy-Modus gezwungen und nur, wenn es dann wirklich gebraucht wird, aus diesem Schlaf geholt."

Interessant! Genau so funktioniert ein GSM/GPRS Telefon.
 
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