Siemens nimmt Nokia Marktanteile ab

chironex

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Nach einer längeren Flaute zieht die Nachfrage nach Mobiltelefonen wieder an. Die Hersteller haben für das Weihnachtsgeschäft eine Reihe neuer Modelle vorgestellt, die mit einer interessanten Ausstattung wie Farbdisplays und Kameras neue Begehrlichkeiten bei den Mobilfunkkunden geweckt haben. Trotzdem ist die Situation für die einzelnen Anbieter nicht leichter geworden, im Gegenteil, der Kampf um Marktanteile wird immer härter. Wie heute in der Financial Times Deutschland (FTD) zu lesen ist, stammten im dritten Quartal dieses Jahres 42,1 Prozent aller ausgelieferten Telefone vom finnischen Marktführer Nokia. Das sind trotz der stattlichen Zahl mehr als neun Prozentpunkte weniger als im Quartal zuvor. Die Zeitung bezieht sich auf eine aktuelle Studie der Marktforschungsfirma Strategy Analytics.

Von der positiven Entwicklung - bis Ende des Jahres rechnet Strategy Analytics mit 12 Prozent Wachstum - profitiere Nokia sehr viel weniger als seine Herausforderer. Gerade im mittleren und unteren Preissegment drängen vor allem Siemens und Sagem den Marktführer zurück. Zu den Verkaufsschlagern bei Siemens gehört das SL55. Bei den teureren Modellen bringen Samsung und SonyEricsson die Finnen in Bedrängnis. Die drei Hersteller Siemens, SonyEricsson und Sagem haben im dritten Quartal die Zahl der von ihnen ausgelieferten Geräte im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Marktführer Nokia hat in dieser Zeit lediglich zwei Prozent mehr Geräte hergestellt. Dabei muss allerdings gesagt werden, dass Nokia straffer als die Konkurrenz organisiert und die Lieferungen für das Weihnachtsgeschäft erst im vierten Quartal beginnt. Nokia stellt noch immer mehr Mobiltelefone her als seine vier nächstgrößten Konkurrenten zusammen. Die boomende Nachfrage führt indes zu anderen Problemen: Die Hersteller geben an, jetzt schon praktisch ausverkauft zu sein. Siemens-Vorstandschef Heinrich von Pierer, sagte gegenüber Agentur Reuters, dass das aktuelle Quartal sehr gut gelaufen sei. Auch der US-Konzern Motorola hatte gestern Lieferschwierigkeiten eingeräumt.
Das diesjährige Weihnachtsgeschäft könnte den großen Mobilfunkunternehmen insgesamt einen ersehnten Durchbruch bringen: Der Anteil der Handys mit Farbdisplay und Kamera könnte über die kritische Schwelle von 10 bis 15 Prozent steigen. Jenseits dieser Verbreitungsgrenze hoffen Branchenkreise, dass auch das Verschicken von MMS zum Massenphänomen wird.

Quelle: teltarif.de
 
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