RIAA will Klagen gegen Tausende Filesharing-User

Frank H.

Aktives Mitglied
München (smk) – Die amerikanischen Verbände der Musik- und Filmindustrie wollen ab sofort verschärft gegen Nutzer von Online-Tauschbörsen vorgehen. Vom heutigen Donnerstag an soll in Filesharing-Diensten wie Kazaa gezielt nach Nutzern gesucht werden, die große Mengen von Audio- und Videodateien zum Download anbieten.

Die Verbände RIAA und MPAA kündigen an, in den nächsten acht bis zehn Wochen Tausende von Klagen gegen Tauschbörsen-Nutzer einreichen zu wollen. Nach den Worten von RIAA-Präsident Carey Sherman sollen jetzt die Zeiten vorbei sein, in denen sich die Filesharing-Nutzer hinter einem Online-Alias verstecken könnten. "Ihr seid nicht anonym, und wir finden jetzt eure Namen heraus", sagte Sherman mit Blick auf Millionen von Filesharern.

Urteil gegen Provider Verizon als Präzedenzfall
Hintergrund der verschärften Gangart ist amerikanischen Medien zufolge ein Urteil des Bezirksgerichts in Washington D.C. Mitte Januar dieses Jahres war der Internet-Provider Verizon verpflichtet worden, die Identität eines Kazaa-Nutzers, der rund 800 Musik-Dateien in der Tauschbörse angeboten hatte, gegenüber der RIAA offen zu legen.

Datenschützer: RIAA verliert den Realitätsbezug
In einer Reaktion auf die Ankündigung der Musik- und Filmverbände kritisierte Fred von Lohmann, Anwalt bei der Electronic Frontier Foundation, dass "diese neuen Bestrebungen darauf hindeuten, dass die Industrie den Bezug zur Realität vollkommen verloren hat. Keiner sollte glauben, mehr Gerichtsverfahren seien eine Lösung des Problems. Vielmehr wurde den amerikanischen Verbrauchern heute der Krieg erklärt."

Info: www.riaa.com/news
www.eff.org/news

@Quelle, Chip.de
 

X-perience12

Gesperrt
:D

Schon wieder? :confused:

Hatten wir das nicht schon vor einem halben Jahr? :D

Naja.. geht 1 kommen 10 neue dazu. ;)

Bleibt halt nur die Frage, wie lange das Spielchen weitergeht.

Grüße, X
 

Frank H.

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Musikindustrie-Anzeigen fordern die US-Gerichte

München (smk) – Mehrere Hundert Anzeigen gegen potentielle Nutzer von Internet-Tauschbörsen führten in den letzten Tagen zu personellen Engpässen an amerikanischen Gerichten. So berichten US-Medien, dass bis zum vergangenen Freitag in diversen Bundesstaaten rund 870 gerichtliche Anweisungen zur Übermittlung von Kundendaten an Internet-Provider verschickt wurden.

Die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) schreibt von täglich rund 75 neuen Anträgen, die die Gerichte im Auftrag der Musikindustrie an Provider verschicken. Dabei soll es sich um erste Schritte handeln, mit denen der Musik-Verband RIAA die Nutzung von in den USA illegalen Filesharing-Diensten in den Griff bekommen will, berichtet AP.

Anzeigen gegen User mit fünf Audio-Files
Die gerichtlichen Anordnungen sollen sich nicht nur gegen so genannte Heavy-User von Online-Tauschbörsen wenden. Providern wie Verizon oder Comcast sowie der Depaul Universität in Chicago sind auch Anträge zugestellt worden, in denen es um die Kontakt-Daten von Kunden mit weniger als zehn "repräsentativen" Musik-Dateien geht.

Der Verband RIAA beabsichtigt, in den nächsten acht Wochen Klagen auf der Grundlage des US-Copyrights gegen die einzelnen Filesharing-Nutzer einzureichen. Das Gesetz sieht Geldstrafen zwischen 750 und 150.000 US-Dollar für die Verletzung des Copyrights vor. Vertreter der Musikindustrie kündigten AP gegenüber an, im Einzelfall offen für außergerichtliche Einigungen zu sein.

Quelle chip.de
 

Thomas

Bekanntes Mitglied
Das ist für mich wieder einmal ein weiterer Versuch die User von Tauschbörsen einzuschüchtern.
Der andere Weg, über die Gerichte hat absolut keinen Erfolg. Das ist nur der berüchtigte Kampf gegen die Windmühlen. Es wird versucht ein Exempel zu statuieren und darauf gehofft dass es weiter User abschreckt und sie ihr Angebot aus dem Netz nehmen. Sonst hat das absolut keinen Effekt, wenn man mal ein paar Hundert Anbieter von mp3´s verklagt und bestraft.
Und mit KaZaA haben sie sich ja auch nur einen altersschwachen Dienst ausgewählt. Wer fehlerhafte Files mit Voiceover oder Störtönen angeboten durch die Musikindustrie, sowie Viren und sonstigen Schrott haben möchte ist bei Kazaa bestens bedient. ;)

Mich auf jeden Fall schreckt dass nicht ab. Wer weiß wo und wie ich share kennt ja mein Angebot. :D
 

Joachim Batke

Bekanntes Mitglied
In den USA laufen derzeit mehrere Verfahren gegen die Provider auf herausgabe der Kundendaten. Die Provider wollen aber notfalls bis vor das oberste Gericht ziehen.

Die vielzahl der Klagen erklärt sich wohl auch damit, das die Musikindustrie einen Musterprozess führen will. Dazu braucht man aber einen geeigneten Beklagten.

Stellt euch einfach mal vor, die benennen jetzt einen powersharer und der entpuppt sich als 12 Jähriger mit einer Behinderung der nur noch über das I-Net kontakte pflegen kann (überspitzt dargestellt). Folge wäre dann wohl das die Geschworenen diese Klage abweisen würden. Alle weiteren Klagen wären dann nur schwer möglich.

Also geht die Musikindustrie einen anderen Weg. Man sucht sich wahllos hunderte von Usern aus und sucht sich dann aus der Masse denjenigen aus der passt für den Musterprozess. Volljährig, vorbestraft, Verbrechergesicht und schlägt seine Frau (wieder überspitzt dargestellt). Das Urteil der Geschworenen ist wohl ziemlich klar.

Mit Rechtstaatlichkeit hat das nicht viel zu tun. Deshalb klagen auch die Provider und führen diesen Weg der Musikindustrie in diversen Interviews auch aus. Ich meine in der aktuellen IX (oder war es die Computerwoche) gibt es einen entsprechenden Artikel. Hab den einmal kurz überflogen.
 
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