Presse: Kostenfalle bei Call-by-Call

T39

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Der MDR warnt jetzt vor der Kostenfalle des neuen Telefoniersystems für City-Gespräche: Einige Tarife der Telekom-Konkurrenten wie Arcor oder Tele2 seien deutlich teurer als der Ex-Monopolist.
So koste ein dreiminütiges Ortsgespräch montags bis freitags morgens zwischen sieben und acht Uhr bei der Telekom sechs Cent. Tele2 verlange mit 9,27 Cent hingegen rund 55 Prozent mehr. Der Grund liegt in der unterschiedlichen Taktung: Während Tele2 minutengenau abrechne und pro Takt 3,09 Cent verlange, fallen bei der Telekom pauschal sechs Cent für vier Minuten an. Noch teurer werde ein zehnminütiges Gespräch montags bis freitags morgens zwischen acht und neun bei Arcor: Während die Telekom dafür 24 Cent verlange, koste die gleiche Leistung bei Arcor 45 Cent, also 88 Prozent mehr.
Vorsicht sei auch bei Gesprächen in das Umland des jeweiligen Ortes geboten, da bestimmte Anbieter ihren Citytarif exakt auf den jeweiligen Ort begrenzen. Deshalb würden Gespräche im Nahbereich (Umkreis 20 Kilometer) bereits mit dem Tarif von Ferngesprächen abgerechnet. So koste etwa ein zehnminütiges Gespräch montags bis freitags abends ab 21 Uhr außerhalb des engen Citybereichs beim Anbieter 3U als "Ferngespräch" 25 Cent, während die Telekom dieses Telefonat noch mit dem Citytarif zu 18 Cent abrechnet und damit fast 40 Prozent billiger ist.
Noch teurer zu dieser Zeit im Nahbereich sei der Telefondiscounter 01051: Hier kostet ein 10-Minuten-Gespräch in dieser Zeit im Nahbereich 36 Cent, also doppelt so viel wie bei der Telekom. Allerdings sei in anderen Zeit-Zonen das Telefonieren über die Telekom-Konkurrenten deutlich billiger.

zdnet
 

Stefan Fritzenkötter

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PRESSE: Regulierungsbehörde erschlägt Call-by-Call im Ortsnetz

Regulierungsbehörde erschlägt Call-by-Call im Ortsnetz

Göttingen (ots) - Die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation hat heute einen Aufpreis von 0,4 Cent pro Minute genehmigt, den Anbieter von Call-by-Call und Pre-Selection im Ortsnetz ab 1. Juli 2003 an die Deutsche Telekom bezahlen müssen. Damit können Ortsgespräche von Wettbewerbern der Telekom zur Nebenzeit nicht mehr zu konkurrenzfähigen Preisen angeboten werden. Die Telekom verlangt nämlich hier einen Endkundenpreis von 1,5 Cent, während die Wettbewerber nach der Entscheidung alleine für die Vorleistungen der Telekom 1,484 Cent (inklusive Mehrwertsteuer) bezahlen sollen. Addiert man die Kosten für das eigene Equipment oder die Rechnungsstellung hinzu, ist der Telekom-Preis nicht zu halten.

"Damit ist Call-by-Call im Ortsnetz zur für Privatkunden besonders wichtigen Nebenzeit tot", kommentiert Kai Petzke, Gründer des Telefon-Tarifvergleichers teltarif.de: "Die Anbieter werden sicherlich versuchen, diese falsche Entscheidung der Regulierungsbehörde gerichtlich anzugreifen. Aber bis hier eine Entscheidung getroffen wird, oder gar Rechtssicherheit herrscht, können Jahre vergehen."

Roman Schwarz, Deutschland-Chef von Tele2, einem der Pioniere im Call-by-Call im Ortsnetz, bezeichnete die Entscheidung in einem Gespräch gegenüber teltarif.de als "harten Schlag gegen den Wettbewerb." Weiterhin stellte er die Frage, ob die Wettbewerbsbehörde RegTP den Weg zurück zum Monopol einschlagen wolle.
Quelle: ots Originaltext: teltarif.de Onlineverlag GmbH
 

Joachim Batke

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Die Berechnung verschleiert aber, das die Dt. Telekom mit ihren langen Abrechnungstakten auch nicht so gut dasteht.
Dauert das angenommen Gespräch nur eine Sekunde länger, verdoppelt sich der Preis der Telekom, während bei Tele2 und auch bei Arcor nur die nächste Minute dazugerechnet wird.

Eine Minute bei Tele 2 kostet dann tatsächlich nur etwas über 3 Cent, während die liebe Telekom auch hier 6 Cent berechnet.

Ist also alles eine Ansichtssache.

Das mit den extrem hohen weiterbelasteten Gebühren ist allerdings eine sauerei. Die Telekom bietet diese Gespräche doch nicht zum Selbstkostenpreis für die Kunden an, und für Rechnungsstellung usw. nehmen die sicherlich mehr als die privaten Mitbewerber.Irgendwas kann da (mal wieder) nicht stimmen.
 

T39

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Die Deutsche Telekom hat bei der Regulierungsbehörde in Bonn den Antrag gestellt, die Wechselgebühr für Preselection-Kunden zu verdreifachen, die sich künftig auch für Ortsgespräche fest an einen Telekom-Konkurrenten binden. Bisher zahlen Festnetzanbieter für jeden gewonnenen Preselection-Kunden 5,11 Euro, künftig will die Telekom für jeden Wechsel 17,30 Euro berechnen.
Die Regulierungsbehörde hatte der Telekom genehmigt, zum 1. Juli 2003 einen Aufschlag von 0,4 Cent pro Minute auf Ortsgespräche im Call-by-Call-Verfahren zu berechnen. Jetzt will die Telekom den Aufschlag rückwirkend zum 25. April berechnen dürfen. Sollte die Telekom mit diesem Antrag Erfolg haben, müssten aktuelle Billigangebote von einem Cent pro Minute sofort eingestellt werden.
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