österreich: Betreiber-Einigung über Handy-Rufnummern-Mitnahme vorerst gescheitert

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13.Juni 2003
APA TELEKOM NEWS

Betreiber-Einigung über Handy-Rufnummern-Mitnahme vorerst gescheitert

"3" fordert klare Zielvorgabe von Minister Gorbach - Mobilkom
bedauert Gesprächsabbruch - Rufnummernmitnahme muss bis 25.
Juli EU-weit umgesetzt sein


Wien (APA) - Die vier heimischen Mobilfunkanbieter One, tele.ring, Hutchison ("3") und Tele2 haben sich aus den gemeinsamen Gesprächen mit der Mobilkom Austria und T-Mobile über die genaue Art der Umsetzung die Mitnahme der Handy-Rufnummer beim Wechsel des Anbieters (Rufnummernportierung) zurückgezogen. "Da die alten Betreiber offensichtlich ganz unterschiedliche Vorstellungen durchsetzen wollen, sind weitere Gespräche Zeitverschwendung", erklärte heute, Freitag, tele.ring-Chef Hubertus Hofkirchner in einer Presseaussendung. Die Rufnummernmitnahme wird - wie von der EU vorgegeben - im neuen Telekommunikations-Gesetz (TKG) festgeschrieben sein. Ob das TKG aber noch vor dem Sommer beschlossen wird, ist offen. Wie die Rufnummern-Mitnahme im Detail geregelt wird - etwa, ob es bei einem Telefonat zu einem "portierten" Kunden eine Ansage über die Kosten des Gesprächs gibt -, muss allerdings in einer Verordnung festgeschrieben werden. Laut EU-Vorgabe muss die "Mobile Number Portability" in allen EU-Ländern ab 25. Juli möglich sein. Während der Verhandlungen unter den Netzbetreibern hätten sich zwei Lager mit zwei vollkommen unterschiedlichen Lösungsvorschlägen herausgebildet, hieß es in der tele.ring-Aussendung. Auf der einen Seite die erst seit relativ kurzer Zeit am Markt vertretenen Mobilfunkanbieter tele.ring, Hutchison und Tele2 sowie der dritte heimische Anbieter One, auf der anderen Seite die Mobilfunk-Pioniere Mobilkom und T-Mobile. Das Ergebnis sei, dass seit zwei Monaten "nichts mehr weiter geht", erklärte "3"-Regulierungs-Experte Bernhard Wiesinger gegenüber der APA. Nun sei der zuständige Minister Hubert Gorbach (F) gefordert, ein klares politische Ziel zu formulieren. Wiesinger: "Erst dann macht es Sinn, weiter zu verhandeln." Ein Kompromiss bei der Rufnummern-Verordung sei jedenfalls für die "jungen Anbieter" nicht akzeptabel, denn laut Wiesinger zeigen Beispiele aus dem Ausland, dass die Kunden diesen Service nur dann nützen, wenn es sehr einfach funktioniert. Ein Handel wie beispielsweise "kürzere Wechselzeiten, aber dafür teurer" sei nicht im Interesse der Kunden. Die Mobilkom bedauere den Abbruch der Gespräche, betonte Mobilkom-Sprecherin Elisabeth Mattes am Freitag gegenüber der APA. Damit sei eine weitere Verzögerung der Rufnummernmitnahme wahrscheinlich, der von der Mobilkom ins Auge gefasste Start im Oktober gefährdet. "Wir wünschen uns weitere Gespräche", so Mattes. (Forts. mögl.) stf/vv
© APA

quelle: presse.one.at
 
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