Mobilfunk-Branche einigt sich auf neuen Kopierschutz

Ski-Community

Neues Mitglied
aus der FTD vom 2.2.2004

Mobilfunk-Branche einigt sich auf neuen Kopierschutz

Von Martin Virtel, Hamburg

Die im Branchenverband Open Mobile Alliance (OMA) zusammengeschlossenen Mobilfunkkonzerne haben sich auf einen Kopierschutz für Handys geeinigt. Der neue Standard ermöglicht unter anderem begrenztes Weitergeben von Musik.

Videoclips, Klingeltöne, Computerspiele und andere digitale Medieninhalte sollen nach Vorstellung des Verbandes schon bald zwischen Handys hin- und herkopiert werden können. "In der neuen Version unseres Kopierschutz-Standards kann man das begrenzte Kopieren von geschützten Werken zulassen", sagte Willms Buhse, Vice Chairman der OMA und Leiter Marketing des Hamburger Softwareunternehmens Coremedia, der FTD.

In der OMA haben sich Mobilfunkkonzerne wie Nokia, Ericsson, Vodafone und T-Mobile zusammengeschlossen, um die technische Weiterentwicklung der Branche zu koordinieren. Der neue Standard wird am Montag im kalifornischen Beverly Hills vorgestellt. Buhses Unternehmen Coremedia gehört zu den Softwarelieferanten, die durch Kompatibilität mit den Standards auf neue Absatzchancen für ihre Produkte hoffen.

Viel versprechender Markt

Mit einem Kopierschutz, der das Kopieren vereinfacht, versucht die OMA einen noch wenig entwickelten, aber viel versprechenden Markt anzukurbeln: Digitale Ware wie Musik, Spiele oder Videoclips sollen in Zukunft für Umsatz bei Handyherstellern, Mobilfunkbetreibern und Medienunternehmen sorgen.

Erste Erfahrungen mit Klingeltönen machen Hoffnung, auch wenn die Schätzungen der Marktforscher weit auseinander gehen: 2003 wurden laut dem Marktforschungsunternehmen Juniper Research weltweit Klingeltöne für 1 Mrd. $ verkauft; der Konkurrent Arc Group wiederum schätzt das Marktvolumen auf 3,2 Mrd. $, das wären zehn Prozent des globalen Musikmarktes.

Klingeltöne lassen sich derzeit nicht von Handy zu Handy kopieren; die Erfahrung mit Internet-Musikdiensten zeigt allerdings, dass das Geschäft mit digitalen Songs durch Kopierschutz gebremst wird. Beim erfolgreichen iTunes-Dienst von Apple lassen sich die gekauften Songs in begrenztem Umfang kopieren, um sie auf verschiedenen Geräten anzuhören. Diesem Modell eifert die Mobilfunkbranche nun nach.

Hohe Anforderungen

Nach Umsatzeinbrüchen durch massenhaft angefertigten Raubkopien stellen Medienunternehmen allerdings hohe Anforderungen an technische Schutzvorrichtungen. "Die Eigentümer der Inhalte lassen sich vertraglich zusichern, dass ihre Waren nach den neuesten Standards geschützt werden", sagte Buhse. Bei der für heute geplanten Präsentation sind die beiden Plattenfirmen Universal und Sony Music vertreten.

Ohne eine breite Akzeptanz des neuen Kopierschutzes kann sich der Markt nicht entwickeln. "Bislang hat es kein Hersteller geschafft, sein eigenes System durchzusetzen", sagte Buhse. "Viele mächtige Unternehmen haben es versucht, etwa Microsoft und Real Networks. Nur ein herstellerunabhängiger Standard findet breite Unterstützung ."
 

NoIdea

Mitglied
Original geschrieben von Ski-Community
aus der FTD vom 2.2.2004
...
Mit einem Kopierschutz, der das Kopieren vereinfacht...
Das ist ein Widerspruch in sich.
Ein Kopierschutz verhindert oder begrenzt zumindest das Kopieren, und für nichts anderes wird er benötigt, wie es ja im eigentlich Text auch drin steht.
Und seit wann kann man Klingeltöne ohne Kopierschutz nicht weiterversenden?
 
Oben