Iraker melden Festnahme Saddam Husseins

Frank H.

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Der ehemalige irakische Dikator Saddam Hussein ist nach Angaben irakischer Politiker in seiner Heimatstadt Tikrit verhaftet worden. Die Amerikaner wollen die Meldung nicht bestätigen, haben aber eine "sehr wichtige Mitteilung" angekündigt.

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@Quelle spiegel.de
 

Joachim Batke

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Man kann nur hoffen, das das in den nächsten Wochen zu einer Beruhigung der Lage führt.

Für die nächsten 10 bis 14 Tage erwarte ich aber noch verstärkte Anschläge der alten Anhänger.

Jetzt können auch die Iraker sicher sein, das er nicht doch eines Tages wiederkommt und grausame Rache an allen übt, die mit den Allierten zusammengearbeitet haben.
 

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Saddam oder nicht-Saddam?

Die verräterischen Datteln

Ohne Bilder glaubt einem heute niemand mehr etwas. Aus diesem Grund war es zwingend geboten, daß die Amerikaner der Welt den matten und struppigen Saddam vorführten, nach dem sie so lange gesucht hatten; andernfalls wäre ihnen mit Sicherheit vorgeworfen worden, eine Propagandalüge zu verbreiten.

Mit Bildern glaubt einem heute freilich auch nicht jeder, weshalb es wenig überraschend ist, daß man den Amerikaner trotz der Video-Vorführung eine Propagandalüge vorwirft. Obwohl sie den zerrupften Waldschrat, in dem niemand den Ex-Diktator erkannt hätte, extra rasiert und ordentlich gekämmt haben, wird nun der Verdacht laut, daß es sich gar nicht um den echten Saddam Hussein handele.

Ein schwacher Diktator

Als einer der ersten hat sich wieder einmal der zweifellos echte Jörg Haider zu Wort gemeldet. Der alte Saddam-Spezi aus Kärnten hat im ORF die Verhaftung Husseins als „Schmierenkomödie der Amerikaner“ bezeichnet. Bei dem Mann aus dem Film, so Haider, könne es sich „genauso um einen seiner vielen Doppelgänger handeln“. Die „Speichelprobe, die man entnommen hat, ist nichts wert, weil man von ihm vorher keine gehabt hat“, gibt er zu bedenken und setzt, einmal in Fahrt, Saddam Hussein mit George W. Bush gleich: „Beide haben mit dem Völkerrecht auf Kriegsfuß gelebt, Menschenrechtsverletzungen begangen. Der eine hat das Glück, eine Weltmacht zu befehligen, daher die Macht und die Gesetze zu schreiben, während der andere ein schwacher Diktator gewesen ist.“ Schwacher Diktator: Ob dieser Einschätzung seines treuen Freundes dürfte Saddam Hussein sicher betrübt sein.

Doch Haider ist nicht alleine. Unter Saddams Anhängern in Tikrit und Falludscha nämlich, entnehmen wir an diesem Donnerstag der „Welt“, herrscht die Überzeugung vor, daß Saddam nach wie vor „auf freiem Fuß“ ist. Und warum? Saddam ist angeblich gesehen worden, und zwar nicht nur einmal. „Saddam wird derzeit überall gesehen, es ist ein wenig wie eine perverse Version von Jesu Auferstehung“, schreibt die „Welt“. Oder so wie bei Elvis oder Hitler, die sich von ihrem Ableben nicht davon abhalten ließen, ebenfalls immer mal wieder irgendwo gesichtet zu werden.

Wenn es heißt, der gefaßte Mann sei nur ein Double Saddams, dann könnte man allerdings einwenden, daß es sich genausogut bei den angeblich frei herumlaufenden Saddams um die Doubles handeln könnte. Es ist bekannt, daß Saddam Doppelgänger hatte, die ja irgendwo gelandet sein müssen. Sind sie tot? Stecken sie auch in irgendwelchen Erdlöchern? Oder versuchen sie, jetzt wieder ein ganz normales Leben zu führen, werden aber immer wieder mit ihrem früheren Herren verwechselt?



Wie auch immer: Die Verschwörungstheorien um Saddam sind gerade erst dabei, sich zu entwickeln. Eine weitere bizarre These stellt uns wiederum die „Welt“ vor: Daß die ganze Sache so nicht stimmen könne, beweise nach Ansicht mancher arabischer Websites ein Foto, das zwei amerikanische Soldaten vor Saddams Erdloch zeigt. „Im Hintergrund steht eine Palme mit goldgelben Datteln, reif zum Ernten. Aber Datteln sind nur im Sommer gelb.“ Demzufolge wäre Saddam entweder bereits im Sommer gefaßt und bis soeben festgehalten worden oder noch gar nicht.

Interessant ist hierbei, daß in diesem Fall - anders als bei den oben erwähnten Video - dem Foto nahezu blinder Glaube geschenkt wird. Doch wer sagt denn, daß das Goldgelb sich nicht nur der schlechten Bildqualität verdankt? Und: Sollte die Aufnahme wirklich aus dem Sommer stammen, hätte dann den Amerikanern, die so meisterhaft Bilder inszenieren können wie niemand sonst, ein solcher Fauxpas wie der mit den Datteln unterlaufen können? Wäre nicht monatelang Zeit gewesen, das Goldgelb der Früchte zu retuschieren?

Andererseits würde das bedeuten, daß die Datteln beim Erdloch tatsächlich goldgelb waren - was unter Saddam-Anhängern die Geburt eines neuen Mythos auslösen könnte: Dort, wo unser großer Führer ins Erdreich steigt, reifen die Früchte selbst im Winter.

Quelle: faz.net
 
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