Insolvenz bei Grundig

Frank H.

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Grundig stellt Insolvenzantrag - Braun: Brauchen neuen Investor

(Nürnberg/dpa) - Der traditionsreiche Elektronikkonzern Grundig
ist nach gescheiterten Rettungsbemühungen zahlungsunfähig. Das
überschuldete Unternehmen beantragte am Montag die Eröffnung eines
Insolvenzverfahrens, teilte Vorstandssprecher Eberhard Braun mit.
Über den Antrag muss der Insolvenzverwalter, der Nürnberger Anwalt
Siegfried Beck, bis zum 19. Mai entscheiden. Bis zum Abschluss der
Prüfung bleibe der Vorstand aber weiter für die Geschäfte
verantwortlich, unterstrich Braun.

Das Insolvenzverfahren beschränkt sich nach den Worten des
Grundig-Chefs auf die deutsche Grundig AG. Ausländische Töchter seien
davon nicht betroffen. Allerdings könne für die österreichische
Grundig-Tochter, die unter anderem das Fernseh-Werk in Wien betreibt,
ein Insolvenzverfahren nicht ausgeschlossen werden. Trotz des
Insolvenzverfahrens gehe das Geschäft auch an allen deutschen
Grundig-Standorten weiter, wo das Unternehmen zusammen rund 1800
Mitarbeiter beschäftigt. Weltweit sind es knapp 3 800.

Alle fünf Gläubiger-Banken hätten sich bereit erklärt, Grundig bis
zum Abschluss der Insolvenzprüfung weiterhin zu finanzieren. Mit den
fünf Banken habe man sich auf eine «Fortsetzungsfinanzierung»
geeinigt, sagte Braun. Zusammen mit dem Insolvenzgeld verfüge die
Grundig AG vorerst über ausreichende liquide Mittel, um den Betrieb
fortzusetzen. Gemeinsam mit Insolvenzverwalter Beck gehe es nun
darum, «aus dieser schwierigen Situation zu kommen und die Chance zu
nutzen», sagte Braun.

Alle Rettungskonzepte sind nach Brauns Ansicht aber ohne einen
neuen Investor nicht tragfähig. «Wir brauchen einen Investor. Ohne
einen Investor ist eine Restrukturierung von Grundig nicht möglich»,
sagte der Grundig-Chef. Er hoffe, dass mit dem Wegfall bestimmter
Altlasten Grundig für potenzielle Käufer interessanter sei. Als
Beispiel nannte er die Pensionslasten von rund 200 Millionen Euro.
Auch würden belastende Leasing-Verträge ungültig.

Schon in den nächsten Tagen würden Gespräche mit potenziellen
Investoren gesucht. «Wir werden alle noch einmal ansprechen, die
Interesse an Grundig gezeigt haben», sagte Braun. «In der Praxis
bleiben aber von zehn Angesprochenen meist nur ein bis zwei
Investoren übrig.» Um welche Unternehmen es sich handelt, wollte der
Grundig-Chef nicht sagen. Auch zur Unternehmensbilanz 2002 lehnte der
Vorstand Angaben ab. Beobachter erwarten für 2002 einen Umsatz von
1,2 Milliarden Euro und einen Verlust von 75 Millionen Euro.

Zurückhaltend äußerte sich Braun zu einer befürchteten
Zerschlagung von Grundig. Er betonte, natürlich sei die Erhaltung von
Grundig als Unternehmenseinheit wünschenswert. «Wenn man aber
niemanden findet, der Grundig als Ganzes kauft, dann muss man sich
über andere Möglichkeiten Gedanken machen.»

Die Einleitung eines Insolvenzverfahrens war unausweichlich
geworden, nachdem die Suche nach einem finanzkräftigen Investor
endgültig gescheitert war. Anfang vergangener Woche hatte der
türkische Elektronikkonzern Beko eine Übernahme von Grundig
abgelehnt. Die Verhandlungen waren nach Informationen aus
Firmenkreisen an unterschiedlichen Preisvorstellungen gescheitert.
Bereits zuvor hatte der taiwanesische Elektronik-Konzern Sampo seine
frühere Übernahmeabsicht widerrufen.

Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) sah am Montag
durchaus noch Zukunftschancen für Grundig. Es müssten allerdings alle
Beteiligten weiterhin zu Grundig stehen und die sich aus dem
Insolvenz-Antrag ergebenden Chancen konsequent nutzen. Die Bayerische Staatsregierung werde soweit möglich an einer zukunftsträchtigen Lösung für Grundig konstruktiv mitwirken, sagte Wiesheu.



Grundig: Wechselvolles Auf und Ab in der Firmengeschichte

(Nürnberg/dpa) - In mehr als 50 Jahren seines Bestehens hat
der Nürnberger Unterhaltungselektronik-Konzern Grundig eine
wechselvolle Geschichte erlebt. Er expandierte vom
Familienunternehmen zum Weltkonzern - und schrumpfte wieder zum
Mittelständler.

Am Anfang der Grundig-Geschichte stand ein «Heinzelmann». So
nannte Firmengründer Max Grundig (1908-1989) sein Radiogerät, mit
dem er 1946 den Grundstein des Imperiums legte. Bereits 1950 verließ
das 500 000. Radiogerät die Fabrik. Der «Heinzelmann» gehörte zu den
größten Verkaufsschlagern der Nachkriegszeit.

In den späten 60er Jahren war Grundig eine der ersten Firmen, die
einen Farbfernseher auf den Markt brachten. Auf dem Höhepunkt der
Firmengeschichte im Jahr 1979 beschäftigte das Unternehmen rund
38 000 Mitarbeiter und verfügte über 30 Werke im In- und Ausland.
Doch dann verpassten die Franken den Anschluss an neue
Entwicklungen. Mit zu hohen Preisen geriet Grundig ins Hintertreffen
- vor allem gegenüber der Konkurrenz aus Fernost.

1980 rutschte Grundig in die roten Zahlen. Tausende Beschäftigte
verloren ihre Stelle. Nach langer Partnersuche übernahm 1984 der
niederländische Elektronikriese Philips die unternehmerische
Verantwortung. Max Grundig zog sich aus dem Geschäft zurück.

Aber Philips bekam das Geschäft auch nicht in den Griff. Nach
hohen Verlusten gaben die Niederländer 1997 auf. Zunächst übernahm
ein Bankenkonsortium die Führung. Ende 2000 stieg der Rosenheimer
Antennenhersteller Anton Kathrein ein, der 89 Prozent der Anteile
hält. Wenig später begann die Suche nach einem finanzstarken
Investor. Doch die Verhandlungen sowohl mit dem taiwanesischen
Sampo-Konzern als auch mit der türkischen Beko-Gruppe scheiterten.

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Vitelcom Mobile Technology S.A. („Vitelcom“) und Grundig Multimedia BV haben heute den Abschluss einer Lizenzvereinbarung bekannt gegeben. Mit dieser Marken Lizenzvereinbarung erwarb Vitelcom die Exklusiv-Rechte weltweit für die Herstellung und den Vertrieb von mobilen Kommunikationsprodukten und deren Zubehör unter dem Namen Grundig. Carlos Carrero, Präsident von Vitelcom: "Wir planen zunächst vier neue Mobiltelefone unter dem Namen Grundig herauszubringen, die wir auf der nächsten CeBIT im März 2005 vorstellen werden. Diese vier neuen Modelle, die für den europäischen Markt entwickelt wurden, beinhalten zwei i-Mode-fähige Produkte und unser erstes UMTS Handy.“
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