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Highlights der Apple Keynote vom Juni 2020

Laborant

Aktives Mitglied
Da die Redaktion bisher noch keinen Artikel geschaltet hat (betrifft auch nicht alles davon das iPhone), nehme ich mir hier einfach mal die Freiheit einen Thread dazu zu eröffnen. Fies von mir, anzunehmen dass Smartphone-Techies auch in verwandten Tech-Gebieten labern.

Für mich war das Highlight am Schluss... aber erstmal Chronologisch.

iOS
iOS bekommt eine grössere Überarbeitung in der UX. Einen App-Drawer und Widgets. Sieht hübsch aus, aber irgendwie war der Schritt schon vor 10 Jahren überfällig... jedenfalls bekommt ein iPhone nun auch auf dem Home-Screen eine deutlich persönlichere Note! Mir gefällts. Mit vorgestellt wurden Widgets, etwa für Wettervorhersagen oder Gesundheitsdaten.

iPad
Bei iPads nimmt ein Skype-Call nun nicht mehr das ganze Bedienfeld in Anspruch, sondern meldet sich am oberen Bildschirmrand in einem "Toast".
Ganz geil finde ich dagegen Scribble. In jedes beliebige Textfeld kann Handschriftlich per Apple Pencil geschrieben werden. Ist die Handschrift nicht zu unleserlich, wird es automatisch in normalen Text umgewandelt. Funktioniert in der selben Zeile auch mit verschiedenen Sprachen (Demonstriert wurde Englisch und ein chinesisches Schriftzeichen). Natürlich, die Demo war geplant, aber wahrscheinlich funktioniert das besser als das Gegenstück auf Windows 10. (Liegt aber vielleicht auch am miesen Digitizer den mein Laptop hat...).

AirPods
Die AirPods Pro bekommen 5.1, 7.1 und Dolby Atmos. Das wird mit direktionalem Audio-Processing gelöst, wobei durch Beschleunigungssensoren in den AirPods sowie im damit verbundenen iPad (wahrscheinlich auch iPhone) die Richtung des Tons beibehalten wird. Es soll so klingen, als wäre das Wiedergabegerät das Zentrum der Action - auch wenn man einmal den Kopf dreht. Macht der Reisecar, in dem man sitzt jedoch eine Kurve, drehen sich iPad und Kopfhörer gleichzeitig, womit auch das erkannt wird. Ich bin echt gespannt darauf, wie gut das funktioniert. Unabhängige Tester werden sich sicher darum kümmern.
Hatte genug Signalverarbeitung im Studium um zu sagen: "Das ist nicht trivial!".

Und schliesslich das Highlight (zumindest für mich)
MacOS auf ARM
Während Surface Pro X Nutzer nach über sechs Monaten immer noch auf Adobe Lightroom auf ARM warten, hat Apple das Programm bereits ARM-Kompiliert für ihre Demonstrator-Prototypen. Microsoft bezahlt wohl nicht genug.
Zum Thema: Apple hat den Wechsel auf ARM-Basierte Chips angekündigt und das neue MacOS "Big Sur" auf einem ARM-Chip demonstriert. Ein x86-Applikations-Kompatibiltäts-Ding soll es wie auch schon bei PowerPC->Intel dabei sein, wobei sie es mit Maya (3D-Software) und Shadow of the Tomb Raider (Modernes PC-Spiel) demonstrierten. 1080p bei 60fps hauen zwar niemanden vom Stuhl, aber mit Übersetzung auf eine andere Prozessor-Architektur dennoch beeindruckend.

Ich bin ja gespannt, wie die Laptops dann performen werden. Beim aktuellen MacBook Air kann man ja schon fast Böswilligkeit unterstellen - das Ding ist so lausig gekühlt, dass es wahrscheinlich als Vergleich hinhalten muss. (Nein, der Kühlkörper der CPU ist NICHT mit dem Lüfter verbunden.)

Daneben bekam Siri ein paar Zusatzfeatures (Solang die nicht Schweizerdeutsch spricht, wird sich das nie durchsetzen. Weltweit.), BMW geht eine Kooperation mit Apple ein, um den Autoschlüssel im iPhone zu hinterlegen (öffne das Auto mit dem Smartphone) und... einige zusätzlichen Apps.

Ich schätze, dass die Demonstration gestern, Intel ein paar Angstperlen in die Stirn trieb. Aber auch AMD sollte vorsichtig sein. ARM-Basierte Laptops haben mehr Potential als viele annehmen wollen. Mir wäre zwar eine RiscV-Architektur lieber (dann ist das ganze Lizenz-Zeugs zu ARM auch mal weg), aber ich schätze, möglicherweise hat die CISC-Architektur keine Daseinsberechtigung mehr.
 

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Da die Redaktion bisher noch keinen Artikel geschaltet hat[...]
Darüber, dass die EU Kommission ein Verfahren gegen Apple eingeleitet hat wegen Monopolmissbrauch, wurde ebenfalls nicht berichtet, wenn ich das richtig sehe. Ist ja nicht gerade unwichtig.

[...] Apple das Programm bereits ARM-Kompiliert für ihre Demonstrator-Prototypen. Microsoft bezahlt wohl nicht genug.
Ich denke mal, dass Microsoft gar nichts bezahlt - macht Apple sehr wahrscheinlich auch nicht. Apple hat aber den Vorteil, dass sie mehr Druck ausüben können, aber auch dass es mehr ARM-Geräte (fast) auf einen Schlag geben wird. ARM und Microsoft wird wohl nicht alt denk ich mal oder es wird sich noch ne ganze Weile hinziehen (und MS' Geduld kennt man ja).

Ich schätze, dass die Demonstration gestern, Intel ein paar Angstperlen in die Stirn trieb. Aber auch AMD sollte vorsichtig sein. ARM-Basierte Laptops haben mehr Potential als viele annehmen wollen.
Beim nochmaligen Nachdenken bin ich zu dem Schluss gekommen, dass Apples Entscheidung für AMD gar keine Auswirkungen haben wird. Im Laptop- und Desktop-Markt dominieren Windows und MacOS und bei MacOS ändert sich für AMD nichts und auf Windows wird ARM für absehbare Zeit keine Rolle spielen und auch im HEDT/Workstation-Bereich bei Apple wird nur Intel ausgetauscht, insofern ändert sich für AMD eigentlich gar nichts.

Insgesamt könnte ARM im Server und Workstation-Bereich (Linux) ein starker Konkurrent werden, aber der Markt ist halt auch langsam.

PS.: Dass iOS nen AppDrawer bekommt hab ich irgendwie überlesen. Ja okay, dann hat Apple jetzt wohl doch erkannt, dass das was Android hat ganz gut funktioniert :D
 
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Laborant

Aktives Mitglied
Ich denke mal, dass Microsoft gar nichts bezahlt - macht Apple sehr wahrscheinlich auch nicht. Apple hat aber den Vorteil, dass sie mehr Druck ausüben können, aber auch dass es mehr ARM-Geräte (fast) auf einen Schlag geben wird. ARM und Microsoft wird wohl nicht alt denk ich mal oder es wird sich noch ne ganze Weile hinziehen (und MS' Geduld kennt man ja).
Dass bei Apple die Übergangszeit kleiner ist und wahrscheinlich schon im ersten Monat nach Launch mehr ARM-Macs verkauft werden, als bislang WinOnARM-Maschinen über den Ladentisch gingen, ist natürlich ein Argument.

Ist halt nur, dass Adobe die Windows on ARM Kunden eher veräppelt. Zum Launch des Surface Pro X wurde Adobe Fresco (eine super iPad App für Kreative) auf dem Gerät demonstriert. Sie ist immer noch nicht verfügbar...
Und bei Apple läuft das bereits auf dem Prototypen.
Aber der Snapdragon 8CX kann dem A12X auch kaum das Wasser reichen - möglicherweise hat Adobe noch Performance-Probleme? Fragen über Fragen.

Beim nochmaligen Nachdenken bin ich zu dem Schluss gekommen, dass Apples Entscheidung für AMD gar keine Auswirkungen haben wird. Im Laptop- und Desktop-Markt dominieren Windows und MacOS und bei MacOS ändert sich für AMD nichts und auf Windows wird ARM für absehbare Zeit keine Rolle spielen und auch im HEDT/Workstation-Bereich bei Apple wird nur Intel ausgetauscht, insofern ändert sich für AMD eigentlich gar nichts.
NOCH nicht.

Im grossen und ganzen ist die ARM-Technik eine aufkommende Gefahr für die x86-Welt - zwar nicht in den zwei Jahren die Apple für sich prognostiziert (dafür ist die Professional-Welt rund um Windows viel zu Träge - Linux könnte da flinker sein) aber bis in 10 Jahren, könnte doch einiges passieren.

Platz 1 der Supercomputer hat diesen Monat übrigens ein ARM-Basierter Rechner erhalten. Der RIKEN-Fujitsu Fugatsu. https://graph500.org/

Weitere Infos zu dem, gibts hier :)

CISC-Prozessoren waren in den Anfängen, als Speicher noch Teuer war, beliebt, da Komplexe Befehlssätze weniger Speicher benötigten. Dafür braucht die CPU zusätzliche Decodier-Arbeit um den Befehl in mehrere Sub-Befehle runterzubrechen. x86 ist ein Dinosaurier aus eben dieser Welt.
RISC dagegen hat dieses Problem nicht. Mir wäre RiscV (Open Source Befehlssatz) zwar lieber gewesen, aber die Leute bei ARM haben ihr Business wohl so im Griff, dass Apple diese Lizenzkosten in Kauf nimmt.

Schlussendlich kann dem Endbenutzer egal sein, auf welchem Befehlssatz das Gerät werkelt. X86 wird vor Allem in der Industrie wohl noch lange erhalten bleiben.
 

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Bekanntes Mitglied
Im grossen und ganzen ist die ARM-Technik eine aufkommende Gefahr für die x86-Welt - zwar nicht in den zwei Jahren die Apple für sich prognostiziert (dafür ist die Professional-Welt rund um Windows viel zu Träge - Linux könnte da flinker sein) aber bis in 10 Jahren, könnte doch einiges passieren.
10 Jahre sind ne lange Zeit in der Branche. Ich denke auch, dass 10 Jahre realistisch sind um Intel/AMD wirklich Marktanteile im zweistelligen Prozentbereich abzujagen.

CISC-Prozessoren waren in den Anfängen, als Speicher noch Teuer war, beliebt, da Komplexe Befehlssätze weniger Speicher benötigten. Dafür braucht die CPU zusätzliche Decodier-Arbeit um den Befehl in mehrere Sub-Befehle runterzubrechen. x86 ist ein Dinosaurier aus eben dieser Welt.
Es gibt einen Mehraufwand einfach auch durch das Erbe das x86 hat, aber ich denke ehrlich gesagt nicht, dass dieser so groß ist, dass x86 gar nicht mit ARM konkurrieren kann, eher im Gegenteil. Das Ganze ist schon so verfeinert, dass man x86 auch nicht abschreiben sollte. Wir werden sehen was Lakefield bringt, welcher ja noch auf dem mitlerweile antiken 14nm-Prozess beruht.

Da fällt mir auch gerade auf, dass ARM/Apple jetzt auch einen extrem guten Zeitpunkt erwischt hat. Intel strauchelt gerade eben wegen der Fertigung von 10nm (und kleiner) und AMD ist noch nicht so weit im Bereich der kleineren Geräte (Laptops schon, aber Tablets oder gar Smartphones sind nicht mal in Sicht). Hier hat Apple jetzt die Möglichkeit sein Ökosystem zusammenzubringen und gleichzeitig vielleicht einen Performance und Effizienzvorteil zu erreichen gegenüber der Konkurrenz. Ich glaube aber die Unterschiede werden marginal sein. Am Ende wird Apple aber dadurch mehr Geld machen können.

Mir wäre RiscV (Open Source Befehlssatz) zwar lieber gewesen, aber die Leute bei ARM haben ihr Business wohl so im Griff, dass Apple diese Lizenzkosten in Kauf nimmt.
RiscV ist halt noch sehr jung auch verglichen mit ARM. Da kann also noch viel passieren. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Arbeitsabläufe zum Wechsel auf ARM auch für zB RiscV wiederverwendet werden können, wenn RiscV soweit ist.
 
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