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Android 9 Pie: Anteil noch zu klein für Google

P

paganini

Guest
Immer noch ein Trauerspiel

Ich weiß nicht wann die Hersteller mal aufwachen oder Google die Hersteller endlich zwingt Updates zu liefern. Naja jetzt bin ich wieder bei iOS und muss mir keine Gedanken mehr machen. (obwohl das Mate RS ja Android 9 bald bekommen sollte)
 

Antiappler

Aktives Mitglied
@paganini

Die Hersteller wollen verkaufen. Kann ich auch nachvollziehen, denn wenn man nur noch mit kostenlosen Updates beschäftigt ist, hat man irgendwann keine Einnahmen mehr. Möglich, dass sich das ein Hersteller wie HMD Global so lange leisten kann wie deren Namensrechte halten.
Und Google kann auch nicht, wie vielleicht Google gerne möchte, starken Druck auf die Hersteller ausüben, denn dann wäre es auch bei Google (Android) mit der "Freiheit" vorbei. Wird wohl jeder zähneknirschend Zugeständnisse machen (müssen).

Wenn jetzt noch ein drittes oder sogar viertes, starkes Betriebssystem auf dem Markt wäre, sehe die Sache bestimmt viel besser aus. So wurschteln Google und die Hersteller mehr oder weniger (weiter) vor sich hin.
 

IchBinNichtAreamobile.de

Bekanntes Mitglied
@Antiappler: "Die Hersteller wollen verkaufen. Kann ich auch nachvollziehen, [...]"
>>Also aus Kundensicht völlig irrelevant und aus Firmensicht könnte man damit wie immer absolut jede Sauerei rechtfertigen.

@paganini: Ich stimme dir zwar in Hinblick auf die Updatesituation irgendwie zu, aber die Statistik selbst lässt dazu keine Aussagen zu. Ich würde gerne mal eine Statistik über die Sicherheitspatches sehen, denn ob man nun MM, Nougat, Oreo oder Pie hat, merkt man doch meist nur, wenn man wirklich nachschaut. Das gilt zwar auch für die Sicherheitspatches, aber hier sind die Implikationen völlig andere als bei den Feature-Updates.

Ich stimme dir deshalb zu, weil ich denke, dass die Sicherheitspatch-Situation auch nicht gut aussehen wird, wenn auch deutlich besser als die Versions-Statistik, aber schlechter geht ja auch kaum.

Wie Antiappler schon sagt, würde ein Zwang von Google die völlig falschen Signale setzen und Android nicht nur schädigen, sondern es wäre vermutlich auch unmöglich die Hersteller zu zwingen. Dass du mit iOS glücklich bist, ist hingegen gut.
 
Zuletzt bearbeitet:

Laborant

Aktives Mitglied
Service kostet. Wenn ein Gerät mal verkauft ist, hat der Hersteller zwei Ziele, welche stark gegeneinander abzuwägen sind.
1. Den Kunden nicht vergraulen, dass er sein nächstes Smartphone wieder beim selben Hersteller kauft (was im Android-Sektor recht schwierig ist)
2. Folgekosten für eine bereits verkaufte Produktlinie vermeiden.

Jedes Update kostet Geld. Wenn ich so in meinem Umfeld schaue, sind es hauptsächlich die "Techies" die sich darum kümmern, welche Android-Version da läuft. "Techies" sind immer noch gewissermassen die Minderheit, welche den "Normies" das WLAN konfiguriert. Also gilt abzuwägen, wieviel Geld man in Updates welcher Geräteklasse (High-End, Midrange oder Low-End) steckt. Gibt man in ein 120 Euro 2018er-Krückengerät die selben Supportressourcen wie man sie in das 950 Euro 2018er-Flaggschiff? Wer macht mehr Mund-zu-Mund-Propaganda? Welchen Einfluss haben Systemupdates auf den Kundenbindungsfaktor?

Mittlerweile hat es sich unter Android-Entwicklern ja rumgesprochen, dass man seine App besser für eine veraltete Version programmiert, wenn man die Massen erreichen will. Der Endnutzer merkt dadurch nur selten, dass er eine zu alte Version auf dem Gerät hat.

Und Google? Sie hätten es in der Hand - aber auch Google muss abwägen, welche Regeln sie den Herstellern auferlegen will. Denn als "Fire and Forget"-Betriebssystem liesse sich Android dann nicht mehr verteilen. Sobald Hersteller gewisse Regeln einhalten müssten, würde Android drastisch an Attraktivität verlieren. Denn für die "Corporate Identity" ist das Betriebssystem nicht zuträglich. Das Nutzererlebnis kann auf Android nur geringfügig angepasst werden, unterm Strich fühlt sich ein Samsung-Android genau wie ein Sony-Android an. Samsung experimentiert ja schon länger mit Tizen, während Sony mit SailfishOS kollaboriert.

Android ist schlichtwegs bequem für die Hersteller. Man gibt die Idendität auf der Software auf, hat dafür keine grossartigen Kosten und kann auf einen gewaltigen App-Pool zugreifen.
 

Fritz_The_Cat

Bekanntes Mitglied
Von der Stärke ihrer Position her könnte Google die Lizenznehmer sehr wohl dazu verpflichten

a) ihre Geräte in einem festgelegten Zeitrahmen mit Androidversionsupdates zu versorgen und
b) neue Modelle nur mit der jeweils neuesten Androidversion auf den Markt zu bringen.

Und die Hardwarehersteller müßten mangels Alternative wohl oder übel mitspielen, wollen sie nicht ihren Betrieb einstellen. Denn die Entwicklung - und Pflege (!!) - eines eigenen OS kann sich, mit Ausnahme von vielleicht Samsung, kein Handyhersteller leisten.

An der Ausübung solchen Drucks auf die Lizenznehmer hat Google jedoch überhaupt kein Interesse. Stattdessen gilt dieses primär einer zahlenmäßig größtmöglichen Verbreitung von Android, um auf diesem Weg möglichst viele Daten der Nutzer einzusammeln und deren Auswertung verkaufen zu können.

Der Dumme ist am Ende der Besitzer eines Androidhandys. Aber, naja, chacun à son goût.
 

Laborant

Aktives Mitglied
Fritz: Kurzfristig würde es funktionieren. Schnürt Google das Korsett aber zu eng, sterben kleine Hersteller weg und grosse suchen sich Alternativen. Seien es nun Tizen, SailfishOS oder ein Windows-Verschnitt. Die Konkurrenz schläft nicht - auch wenn sie aktuell Chancenlos erscheint.
Wenn, dann müsste Google den Updateprozess so einbauen, wie er auf PCs mit Windows funktioniert. Lenovo und co. haben keine Arbeit für ein Win10 Update welches auf meinem mehrere Jahre alten Laptop landet und ein Win 7 zu Windows 8 oder Windows 10 Update ging so einfach, dass selbst meine Mutter irgendwann einfach Windows 10 hatte.

"Der Dumme ist am Ende der Besitzer eines Androidhandys. Aber, naja, chacun à son goût." --Fritz
Mit Android One gibt es mittlerweile auch erschwingliche Handies mit garantierten Updates. Wenn einem iOS nicht schmeckt (und dafür gibt es einige Gründe - Geschmacklich, Technisch oder Firmenpolitisch) ist Android aktuell die einzige Alternative. (Schmeckt mir eigentlich auch nicht wirklich - aber für mich immer noch besser als iOS)
 

Fritz_The_Cat

Bekanntes Mitglied
"Schnürt Google das Korsett aber zu eng, sterben kleine Hersteller weg und grosse suchen sich Alternativen. Seien es nun Tizen, SailfishOS oder ein Windows-Verschnitt. Die Konkurrenz schläft nicht - auch wenn sie aktuell Chancenlos erscheint."
==> Anders gesagt: "die Hardwarehersteller müßten mangels Alternative wohl oder übel mitspielen, wollen sie nicht ihren Betrieb einstellen. Denn die Entwicklung - und Pflege (!!) - eines eigenen OS kann sich, mit Ausnahme von vielleicht Samsung, kein Handyhersteller leisten."


"Wenn, dann müsste Google den Updateprozess so einbauen, wie er auf PCs mit Windows funktioniert. Lenovo und co. haben keine Arbeit für ein Win10 Update welches auf meinem mehrere Jahre alten Laptop landet und ein Win 7 zu Windows 8 oder Windows 10 Update ging so einfach, dass selbst meine Mutter irgendwann einfach Windows 10 hatte."
==> Das mag theoretisch stimmen. Es ist aber eben bloß Theorie und ändert nichts an der Wirklichkeit.


>"Der Dumme ist am Ende der Besitzer eines Androidhandys. Aber, naja, chacun à son goût." --Fritz
Mit Android One gibt es mittlerweile auch erschwingliche Handies mit garantierten Updates.<
==> M.W. gibt es offiziell auf dem deutschen Markt aktuell ganze 7 Geräte damit: 4x Nokia, das HTC U11 Life, das BQ Aquaris X2 und dessen Pro-Version. Allesamt nicht gerade von besonders großer Marktbedeutung, wenn wir mal ehrlich sind. Mit entsprechendem Druck seitens Google auf die Hersteller, wäre diese Zahl erheblich größer. Aber, wie gesagt, Google hat aus den bereits geschilderten Gründen gar kein primäres Interesse daran.

"Wenn einem iOS nicht schmeckt (und dafür gibt es einige Gründe - Geschmacklich, Technisch oder Firmenpolitisch) ist Android aktuell die einzige Alternative."
==> Stimmt. Und eben deshalb sitzen die Android-Lizenznehmer wie gesagt in der Falle und "müßten mangels Alternative wohl oder übel mitspielen, wollen sie nicht ihren Betrieb einstellen. Denn die Entwicklung - und Pflege (!!) - eines eigenen OS kann sich, mit Ausnahme von vielleicht Samsung, kein Handyhersteller leisten."
 
Zuletzt bearbeitet:

Laborant

Aktives Mitglied
"müßten mangels Alternative wohl oder übel mitspielen, wollen sie nicht ihren Betrieb einstellen. Denn die Entwicklung - und Pflege (!!) - eines eigenen OS kann sich, mit Ausnahme von vielleicht Samsung, kein Handyhersteller leisten." --Fritz

Wenn man den Apple'schen weg gehen würde - ja. Jeder sein eigenes OS. Das könnte sich vielleicht gerade mal Samsung leisten, wäre aber auch für die ein gewaltiges Risiko. BB10 hat auch nur mehrere Jahre durchgehalten, weil man Android-Apps sideloaden konnte.
Die Frage ist, ob ein anderer Hersteller in die Bresche springen würde. Wenn Google das Korsett zu eng schnürt, könnte sogar Satya Nadella wieder auf den Geschmack kommen. Für Windows10 Mobile z.B. sehe ich immer noch einen Markt. Besonders wenn Android mit strengeren Regeln daherkommt.
 

Fritz_The_Cat

Bekanntes Mitglied
"Wenn man den Apple'schen weg gehen würde - ja. Jeder sein eigenes OS. Das könnte sich vielleicht gerade mal Samsung leisten, wäre aber auch für die ein gewaltiges Risiko. BB10 hat auch nur mehrere Jahre durchgehalten, weil man Android-Apps sideloaden konnte."
==> Eben. Das sagte ich ja. Mit AUsnahme von vielleicht Samsung kann es sich kein Handyhersteller leisten, ein eigenes OS zu entwickeln und zu pflegen.


"Die Frage ist, ob ein anderer Hersteller in die Bresche springen würde. Wenn Google das Korsett zu eng schnürt, könnte sogar Satya Nadella wieder auf den Geschmack kommen."
==> Wie lange wird es wohl dauern, ein mit Android und iOS konkurrenzfähiges OS samt AppStore zu einem nennenswert hohen Marktanteil zu entwickeln und zu führen? 5 Jahre? 10? Was sollen all die Handyhersteller bis dahin machen? Ihren Betrieb einstellen? Denn das wäre ja die einzige Möglichkeit, wenn sie Googles (durchaus möglicher) Direktive nicht folgen wollen

a) ihre Geräte in einem festgelegten Zeitrahmen mit Androidversionsupdates zu versorgen und
b) neue Modelle nur mit der jeweils neuesten Androidversion auf den Markt zu bringen.


"Für Windows10 Mobile z.B. sehe ich immer noch einen Markt. Besonders wenn Android mit strengeren Regeln daherkommt."
==> Diesen Kausalzusammenhang verstehe ich nicht. Dem Konsumenten können strengere Vorgaben Googles ggü. den Androidlizenznehmern doch nur recht sein, erhielten die Handybesitzer dadurch doch endlich mal regelmäßige Updates und Upgrades für ihre Geräte. Warum also sollten sie in solcher Situation zu Windows10 Mobile greifen (und so eine verstärkte Nachfrage / einen Markt kreieren)?
 

Laborant

Aktives Mitglied
"Wie lange wird es wohl dauern, ein mit Android und iOS konkurrenzfähiges OS samt AppStore zu einem nennenswert hohen Marktanteil zu entwickeln und zu führen? 5 Jahre? 10? Was sollen all die Handyhersteller bis dahin machen? Ihren Betrieb einstellen? Denn das wäre ja die einzige Möglichkeit, wenn sie Googles (durchaus möglicher) Direktive nicht folgen wollen

a) ihre Geräte in einem festgelegten Zeitrahmen mit Androidversionsupdates zu versorgen und
b) neue Modelle nur mit der jeweils neuesten Androidversion auf den Markt zu bringen." --Fritz

Anfügung: c) Den Open-Source Anteil von Android ausnutzen und ein Google-Freies Android verwenden, welches ohne Googles Restriktionen (aber auch ohne Play Store und ohne Google Maps) auskommt.

Ich denke über dies, dass es keine 5 Jahre dauern würde, bis ein Konkurrenzfähig gefüllter AppStore für ein neues System existieren würde. 2.2 Millionen Apps sind zwar eine Hausnummer, darunter hat es aber auch viele wirklich schlechte, wirklich alte und unglaublich nischige Apps.

"==> Diesen Kausalzusammenhang verstehe ich nicht. Dem Konsumenten können strengere Vorgaben Googles ggü. den Androidlizenznehmern doch nur recht sein, erhielten die Handybesitzer dadurch doch endlich mal regelmäßige Updates und Upgrades für ihre Geräte. Warum also sollten sie in solcher Situation zu Windows10 Mobile greifen (und so eine verstärkte Nachfrage / einen Markt kreieren)? "
Der Kunde ist piepegal. Wenn Google meint, sie müssten Updatezwänge einfügen, welche hohe Support- und Entwicklungskosten bei den Herstellern verursachen, dann wird geschaut dass man davon wegkommt. Denn jedes Gerät bedeutet auch nach Abkündigung weitere Fixkosten - und wir beide wissen wie Firmen und deren Aktionäre zu Fixkosten stehen.
Man sucht also nach einem Weg, das zu vermeiden. Entweder zwingt man Google dazu, den Support zu übernehmen, oder man geht zu einem anderen Hersteller (oder einem weiteren OpenSource System ohne solche Richtilinien)
 

Fritz_The_Cat

Bekanntes Mitglied
"Anfügung: c) Den Open-Source Anteil von Android ausnutzen und ein Google-Freies Android verwenden, welches ohne Googles Restriktionen (aber auch ohne Play Store und ohne Google Maps) auskommt.

Ich denke über dies, dass es keine 5 Jahre dauern würde, bis ein Konkurrenzfähig gefüllter AppStore für ein neues System existieren würde. 2.2 Millionen Apps sind zwar eine Hausnummer, darunter hat es aber auch viele wirklich schlechte, wirklich alte und unglaublich nischige Apps."
==> Genau DAS hat doch Amazon versucht … und ist kläglich damit gescheitert.


>"==> Diesen Kausalzusammenhang verstehe ich nicht. Dem Konsumenten können strengere Vorgaben Googles ggü. den Androidlizenznehmern doch nur recht sein, erhielten die Handybesitzer dadurch doch endlich mal regelmäßige Updates und Upgrades für ihre Geräte. Warum also sollten sie in solcher Situation zu Windows10 Mobile greifen (und so eine verstärkte Nachfrage / einen Markt kreieren)? "
Der Kunde ist piepegal. <
==> Naja, so ganz piepegal ist der Konsument ganz gewiß nicht. Schließlich ist er es, der das Produkt am Ende kaufen soll.


"Wenn Google meint, sie müssten Updatezwänge einfügen, welche hohe Support- und Entwicklungskosten bei den Herstellern verursachen, dann wird geschaut dass man davon wegkommt. Denn jedes Gerät bedeutet auch nach Abkündigung weitere Fixkosten - und wir beide wissen wie Firmen und deren Aktionäre zu Fixkosten stehen.
Man sucht also nach einem Weg, das zu vermeiden. Entweder zwingt man Google dazu, den Support zu übernehmen, oder man geht zu einem anderen Hersteller (oder einem weiteren OpenSource System ohne solche Richtilinien)"
==> Denken wir doch mal einen Schritt weiter: Welche Alternative haben die Hersteller denn? Zu welchem Betriebssystem, das konkurrenzfähig aufgestellt und verbreitet ist, können sie JETZT und also NAHTLOS wechseln? – Falls da keines ist, das diese Voraussetzungen erfüllt, müßte ein solches erst mühsam und teuer etabliert werden. Was sollen die Hersteller bis dahin machen? Ihren Betrieb einstellen? Welches Druckmittel hätten die Hersteller also, um Google zu einer Übernahme der Supportkosten überhaupt zwingen zu können?

Btw.: JA, Entwicklung und Support kosten Geld, sehr viel Geld. Und nun wissen wir, u.a. warum die Geräte eines "anderen" "Nicht-Android"-Herstellers teurer sind als viele Androiden. ;-)
 

Laborant

Aktives Mitglied
"==> Genau DAS hat doch Amazon versucht … und ist kläglich damit gescheitert." -- Fritz
Weil Google eben bislang keine Korsett-Verträge für die Hersteller hat.

"==> Naja, so ganz piepegal ist der Konsument ganz gewiß nicht. Schließlich ist er es, der das Produkt am Ende kaufen soll."
Wenn man dem Kunden lang genug einredet, dass ein Klinkenstecker schlecht wäre, dann glaubt er es am Ende auch. Die knetbare Masse - wenn man sich geschickt anstellt, ist das Volk wie ein Teig. Apple weiss wie man das macht.

"==> Denken wir doch mal einen Schritt weiter: Welche Alternative haben die Hersteller denn? Zu welchem Betriebssystem, das konkurrenzfähig aufgestellt und verbreitet ist, können sie JETZT und also NAHTLOS wechseln? – Falls da keines ist, das diese Voraussetzungen erfüllt, müßte ein solches erst mühsam und teuer etabliert werden. Was sollen die Hersteller bis dahin machen? Ihren Betrieb einstellen? Welches Druckmittel hätten die Hersteller also, um Google zu einer Übernahme der Supportkosten überhaupt zwingen zu können?"

Kurzfristig hätten die Hersteller keine Chance - ja. Aber ich rede von Langfristiger Entwicklung. Nokias Symbian hatte Apps bevor Steve Jobs überhaupt daran dachte, sowas auf das iPhone zu bringen, oder bevor es Android überhaupt gab. Wer ist nun der lachende Sieger? Und wer Lizenziert seinen Namen an ein Startup? Es wäre nicht das erste mal in der Geschichte, wo ein glänzender Monopolist einen Epic Fail hinlegt.
Für Google ist Android eine gewaltige Datensammelsache. Dazu haben sie darauf so ziemlich das Werbemonopol. Google hat durchaus was zu verlieren. Wenn die kleinen wegsterben (und da zähl ich etablierte wie Sony und LG mit ein), dann bekommen die Grossen (Oppo, Samsung und Huawei) deutlich mehr Macht. Möglicherweise wäre Samsungs Tizen der Chinesischen Regierung auch lieber als das amerikanische Android?

"Btw.: JA, Entwicklung und Support kosten Geld, sehr viel Geld. Und nun wissen wir, u.a. warum die Geräte eines "anderen" "Nicht-Android"-Herstellers teurer sind als viele Androiden. ;-) "
Da stimme ich dir zu - der Preis ist aber auch nicht das, was mich von einem iPhone abgehalten hat. Viel mehr solche Dämlichkeiten wie der Lightning-Connector, der fehlende 3.5mm Klinkenstecker und der Fakt, dass ich zuhause keinen Mac habe und ich meine Homebrew-Smarthome-Steuerung nicht fürs Handy coden könnte.
Dass man mit dem iPhone Preis eben auch den Support (und da zähl ich die Apple Stores an bester Lage mit der Genius Bar gleich mit ein) bezahlt ist mir durchaus bewusst.
Ich finde auch, dass die umgerechnet etwa 300 Euro, die ich für mein Nokia 8 bezahlte, lächerlich zu wenig sind. Aber... man gibts mir, ich nehme dankend.
 

IchBinNichtAreamobile.de

Bekanntes Mitglied
@Laborant:"Service kostet. Wenn ein Gerät mal verkauft ist, hat der Hersteller zwei Ziele, welche stark gegeneinander abzuwägen sind.
1. Den Kunden nicht vergraulen, dass er sein nächstes Smartphone wieder beim selben Hersteller kauft (was im Android-Sektor recht schwierig ist)
2. Folgekosten für eine bereits verkaufte Produktlinie vermeiden. "
>>3. Geräte möglichst schnell obsolet machen um noch mehr zu verkaufen. #GeplanteObsoleszenz

Ich habe es doch bereits in #4 zu Antiappler geschrieben; Mit der Firmensichtweise allein lässt sich wirklich jede Sauerei rechtfertigen, wirklich jede.

Es ist absurd einfach ein Update auf alle Geräte auszuliefern. Sicherheitsupdates waren ja schon immer einfach und hautpsächlich rechenintensiv (wobei das in dem Kontext wirklich Peanuts sind). Aber nach Treble gibt es keine Ausrede mehr. Das Update könntest du mit einem entsperrten Bootloader selbst durchführen, wenn die Hersteller ihre Version der GSI rausgeben würden und Huawei zB hat auch schnell reagiert und das Entsperren erstmal unmöglich gemacht, weil das viel zu gut funktioniert hat.

"Jedes Update kostet Geld. Wenn ich so in meinem Umfeld schaue, sind es hauptsächlich die "Techies" die sich darum kümmern, welche Android-Version da läuft. "Techies" sind immer noch gewissermassen die Minderheit, welche den "Normies" das WLAN konfiguriert. "
>>Ob den vorgeblich technik-legasthenischen Normies Sicherheit so egal ist, wage ich zu bezweifeln.

@FTC:"Von der Stärke ihrer Position her könnte Google die Lizenznehmer sehr wohl dazu verpflichten "
>>Wie stellst du dir das bitte vor? An seine eigene Software kann Google sowieso keine weiteren Voraussetzungen knüpfen und darüber bestimmen wie andere Firmen ihre Software ausliefern ... wird schwierig bis gerade heraus illegal.

PS.:"Weil Google eben bislang keine Korsett-Verträge für die Hersteller hat." --Laborant;
>>... haben kann. Das dürfte nach der EU-Rekordstrafe wohl unmissverständlich klar sein.
 

Laborant

Aktives Mitglied
">>Ob den vorgeblich technik-legasthenischen Normies Sicherheit so egal ist, wage ich zu bezweifeln." --ibnam

Das habe ich nie gesagt. Sicherheit ist wohl den meisten wichtig, doch die wenigsten haben ein Verständnis dafür, wie Sicherheit erlangt werden kann. Wenn man nie einen Sicherheitspatch für Android erhält... wie lange dauert es, bis es jemandem auffällt, der nicht weiss dass es die braucht? Ein Techie sagt viel schneller: "Nie mehr Hersteller XY! Da kamen schon nach drei Monaten keine Updates mehr!"
 

Beinhart

Neues Mitglied
@IBNAM
>> Ob den vorgeblich technik-legasthenischen Normies Sicherheit so egal ist, wage ich zu bezweifeln.

Sicherheit ist natürlich so allgemein keinem egal, aber der größte Teil der Nutzer macht sich eben keine Gedanken um Updates. Kennst du wirklich Menschen außerhalb der Techblase, die sich darüber unterhalten, welche Version ihr Android hat oder ob und wann sie das letzte Mal Sicherheitsupdates bekommen haben?

Wenn man wieder in den Mainstreammedien eine Sicherheitslücke breitgetreten wird, dann gibt es kurze Aufmerksamkeitspeaks, aber generell ist mit Sicherheitsupdates wenig Werbung zu machen.

Bei Apple freuen sich die Leute ggf., dass sie die neue iOS-Version bekommen. Da steht dann aber vermutlich das Feature-Update und nicht das Sicherheitsupdate im Vordergrund.
 

Fritz_The_Cat

Bekanntes Mitglied
@ Laborant:

>"==> Genau DAS hat doch Amazon versucht … und ist kläglich damit gescheitert." -- Fritz
Weil Google eben bislang keine Korsett-Verträge für die Hersteller hat.<
==> Und weil Google keine Korsettverträge für die Lizenznehmer hat, hat die EU-Kommission sie gerade kürzlic zur Zahlung einer Rekorstrafe von 4,34 Milliarden Euro verurteilt.…
Btw.: Ein Grund für das Urteil war, daß Google es seinen Lizenznehmern vertraglich VERBIETET, parallel zum "Google-Android" auch Modelle mit einem anderen Android-Fork anzubieten.
(https://www.golem.de/news/eu-kommission-4-34-milliarden-euro-strafe-fuer-google-wegen-android-1807-135548.html)

>"==> Naja, so ganz piepegal ist der Konsument ganz gewiß nicht. Schließlich ist er es, der das Produkt am Ende kaufen soll."
Wenn man dem Kunden lang genug einredet, dass ein Klinkenstecker schlecht wäre, dann glaubt er es am Ende auch. Die knetbare Masse - wenn man sich geschickt anstellt, ist das Volk wie ein Teig. Apple weiss wie man das macht.<
==> Erstens geht es hier nicht um Klinkenstecker o.ä. sondern um ein Betriebssystem. Zweitens haben Hardwarehersteller ganz einfach nicht die Zeit, ihre Kunden lange zu "kneten", um sie zu einem OS-Wechsel zu überreden, denn ihre Produktionsanlagen müssen weiterlaufen.

>"==> Denken wir doch mal einen Schritt weiter: Welche Alternative haben die Hersteller denn? Zu welchem Betriebssystem, das konkurrenzfähig aufgestellt und verbreitet ist, können sie JETZT und also NAHTLOS wechseln? – Falls da keines ist, das diese Voraussetzungen erfüllt, müßte ein solches erst mühsam und teuer etabliert werden. Was sollen die Hersteller bis dahin machen? Ihren Betrieb einstellen? Welches Druckmittel hätten die Hersteller also, um Google zu einer Übernahme der Supportkosten überhaupt zwingen zu können?"

Kurzfristig hätten die Hersteller keine Chance - ja.<
==> Und um Kurzfristigkeit geht es doch. Genauer: Um einen nahtlosen Wechsel von einemOS zu einem anderen, ohne die Produktionsanlagen abschalten zu müssen.

>Aber ich rede von Langfristiger Entwicklung. Nokias Symbian hatte Apps bevor Steve Jobs überhaupt daran dachte, sowas auf das iPhone zu bringen, oder bevor es Android überhaupt gab. Wer ist nun der lachende Sieger? Und wer Lizenziert seinen Namen an ein Startup? Es wäre nicht das erste mal in der Geschichte, wo ein glänzender Monopolist einen Epic Fail hinlegt.<
==> Sorry, aber das ist in der Lage, in welcher sich die Androidlizenznehmer aktuell befinden, doch bloß Wunschdenken.

>Für Google ist Android eine gewaltige Datensammelsache. Dazu haben sie darauf so ziemlich das Werbemonopol. Google hat durchaus was zu verlieren. Wenn die kleinen wegsterben (und da zähl ich etablierte wie Sony und LG mit ein), dann bekommen die Grossen (Oppo, Samsung und Huawei) deutlich mehr Macht.<
==> Die Großen bekommen dann mehr Marktanteile, ja. Mehr Macht in ihrem verhältnis zu Google erhalten sie damit jedoch noch lange nicht. Denn, wie schon oben geschrieben, haben sie, mangels eines von seiner Ausgereiftheit ebenso wie von einem AppStore her konkurrenzfähigen verfügbaren eigenen Betriebssystems KEINE Möglichkeit zu einem nahtlosen Wechsel ohne ihre Produktion temporär stillzulegen.

>Möglicherweise wäre Samsungs Tizen der Chinesischen Regierung auch lieber als das amerikanische Android?<
==> Möglicherweise. Das ist aber nur Theorie und ändert nichts an der real existierenden Google-Falle, aus welcher sich die Lizenznehmer nicht ohne für sie einschneidende Folgen befreien können.
 

IchBinNichtAreamobile.de

Bekanntes Mitglied
@Laborant:"Das habe ich nie gesagt. Sicherheit ist wohl den meisten wichtig, doch die wenigsten haben ein Verständnis dafür, wie Sicherheit erlangt werden kann. Wenn man nie einen Sicherheitspatch für Android erhält... wie lange dauert es, bis es jemandem auffällt, der nicht weiss dass es die braucht? Ein Techie sagt viel schneller: "Nie mehr Hersteller XY! Da kamen schon nach drei Monaten keine Updates mehr!""
>>Ich traue eigentlich jedem zu, dass er ein Datum lesen und verstehen kann. Das "Wie" muss dabei keiner verstehen. Natürlich ist dieser Wert eine Simplifizierung, aber eine zugegebenermaßen recht brauchbare.

@Beinhart:"Bei Apple freuen sich die Leute ggf., dass sie die neue iOS-Version bekommen. Da steht dann aber vermutlich das Feature-Update und nicht das Sicherheitsupdate im Vordergrund."
>>Das ist dann aber eher enttäuschend, was die neuen Features angeht. Außerdem: Warum sollte man sich Punkt-Updates holen?
 

Laborant

Aktives Mitglied
"==> Und um Kurzfristigkeit geht es doch. Genauer: Um einen nahtlosen Wechsel von einemOS zu einem anderen, ohne die Produktionsanlagen abschalten zu müssen. " -- Fritz

Kurzfristig geht in diesem Umfang gar nichts - ich dachte von Vornherein das wäre allen klar. Mit einem engeren Korsett würde Google die Hersteller einzig entweder in den Tod schicken, oder dazu bewegen, eine eigene Lösung zu finden. Mittelfristig zweigleisig, langfristig von Android weg.
Die EU-Rekordstrafe ermöglicht den Herstellern ja gerade, mittelfristig auf ein Open Source Android ohne Google zu wechseln (unabhängiger Fork). Google steht es aber meines Wissens weiterhin frei, ihr Google-Framework an weitere Auflagen zu hängen, welche den Herstellern mehr Support abverlangen würde.

">>Ich traue eigentlich jedem zu, dass er ein Datum lesen und verstehen kann. Das "Wie" muss dabei keiner verstehen. Natürlich ist dieser Wert eine Simplifizierung, aber eine zugegebenermaßen recht brauchbare." --ibnam

Dann frag mal den nächstbesten Rentner auf der Strasse, in welchem Menu er sieht, wie alt der letzte Sicherheitspatch seines Handys ist.
 

Fritz_The_Cat

Bekanntes Mitglied
@ Laborant:

>Mit einem engeren Korsett würde Google die Hersteller einzig entweder in den Tod schicken, oder dazu bewegen, eine eigene Lösung zu finden. Mittelfristig zweigleisig, langfristig von Android weg.
Die EU-Rekordstrafe ermöglicht den Herstellern ja gerade, mittelfristig auf ein Open Source Android ohne Google zu wechseln (unabhängiger Fork).<
==> Dazu ein Zitat aus einem Golem-Artikel: "Außerdem habe Google es Geräteherstellern untersagt, gleichzeitig auch Modelle mit Android-Forks anzubieten. Als Beispiel führte die Kommissarin das auf Android basierende FireOS an, das Amazon vergeblich versucht habe, an andere Gerätehersteller zu lizenzieren. Diese seien zwar interessiert gewesen, hätten aber stets mit Verweis auf die vertraglichen Beschränkungen durch Google abgelehnt."
(https://www.golem.de/news/eu-kommission-4-34-milliarden-euro-strafe-fuer-google-wegen-android-1807-135548.html)
Der Weg der Zweigleisigkeit, auch der temporären, ist also versperrt. #Korsett


"Google steht es aber meines Wissens weiterhin frei, ihr Google-Framework an weitere Auflagen zu hängen, welche den Herstellern mehr Support abverlangen würde."
==> Danke! Genau DAS sage ich ja seit beginn dieser Diskussion. Google sitzt am längeren Hebel und kann Druck auf die Lizenznehmer ausüben.
 
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